Vendure: Das Shop-System für produktorientierte Dev-Teams
Vendure: Das Shop-System für produktorientierte Dev-Teams
Vendure ist ein headless Commerce-Framework auf Basis von Node.js, NestJS und GraphQL. Es richtet sich an Teams, die Commerce als Produkt verstehen, nicht als fertiges Template. Diese Verantwortung bringt große Freiheit – verlangt aber zwingend ein Entwickler-Team, das Architektur, Betrieb und Produktpflege übernimmt.
Was Vendure ausmacht
- API-first & GraphQL: Klare Typen, introspektierbare Schemas und ein konsistentes DX für Frontend- und Integrationsarbeit.
- Erweiterbar per Plugins: Events, Middleware, eigene Resolver, neue Admin-Views – ohne Core-Fork.
- Typisiert mit TypeScript: Strenge Typen für Domain-Modelle, Services und Resolvers, einfacher Test-Support.
- Headless by Design: Frontend frei wählbar (Next.js/Remix/Native Apps), Multi-Channel, Multi-Region möglich.
- Moderne Ops: Läuft containerisiert, skaliert horizontal; Postgres plus Queue (z. B. Redis) reichen als Basis.
Für welche Fälle Vendure ideal ist
- Produkt als Plattform: Wenn Commerce-Logik Kern des Produkts ist (Subscriptions, komplexe Bundles, B2B-Rollen, Angebotsprozesse).
- Best-of-Breed: Du willst PIM, CMS, Search, Checkout und Frontend frei kombinieren, statt ein Monolith-Backend zu akzeptieren.
- Eigenes UX/Frontend: Markenauftritt soll nicht an Shop-Themes hängen; du steuerst Performance, Accessibility und Journey-Endpunkte selbst.
- Integrationstiefe: ERP, WMS, Payment-Orchestrierung, Loyalty – alles soll per Event/Hook sauber gekoppelt werden.
DX-Stärken aus Entwicklersicht
- Strikte Domain-Services (Orders, Inventory, Promotions) mit klaren Interfaces – nachvollziehbar und testbar.
- GraphQL Playground out of the box: schnelle Iteration für Queries/Mutations, Contracts für FE/BE im selben Schema.
- Plugin-Hooks (Lifecycle, Middleware, Custom Fields) ermöglichen kontrollierte Erweiterungen statt Hacks.
- Headless Admin-API: Admin-UI lässt sich erweitern, aber du kannst auch eigene Backoffice-Oberflächen bauen.
- Lokale Developer Experience: Startet wie eine normale Node/Nest-App, Debugging mit Source Maps, Jest/Playwright problemlos integrierbar.
Die Kehrseite: Ohne Dev-Team geht es nicht
- Kein »Launch in 2 Tagen«: Frontend, Checkout-Flows, SEO und Content musst du selbst bauen und testen.
- Betrieb & Sicherheit: Datenbank, Queue, Caching, Backups, Secrets – alles liegt in deiner Verantwortung.
- Feature Ownership: Promotions, Steuerlogik, Versandregeln, B2B-Rollen? Du definierst, modellierst, testest und pflegst sie.
- Admin-UI Grenzen: Die Standard-UI ist solide, aber für kundenspezifische Prozesse brauchst du Erweiterungen oder eigene Tools.
- Kostenverschiebung: Geringere Lizenzkosten, aber höhere Investitionen in Engineering und Produktpflege.
Wann Vendure nicht passt
- Wenn Time-to-Market wichtiger ist als volle Kontrolle – nimm SaaS (Shopify/Shopware Cloud).
- Wenn es kein dediziertes Dev-Team gibt, das Commerce als Produkt betreibt.
- Wenn du nur Standard-B2C brauchst: Katalog, Warenkorb, Payment, fertig. Dann ist ein gehostetes System schneller und günstiger.
- Wenn interne Compliance/IT kein eigenes Hosting zulässt oder du keine Observability für Node/DB/Queue aufbauen willst.
Schnellstart-Empfehlung für Teams
- Architektur: Postgres + Redis Queue, ggf. Search (Elasticsearch/Opensearch) erst nach MVP.
- Frontend: Next.js/Remix mit GraphQL-Codegen; SSR für SEO, Edge-Caching für Kategorieseiten.
- Integrationen: Payments via offizielle Plugins (Stripe/Adyen), Webhooks/Events für ERP/WMS entkoppeln.
- Qualitätsgates: Contract-Tests gegen GraphQL-Schema, e2e-Checkout-Flows (Playwright), Performance-Budgets für LCP/INP.
- Betrieb: Metrics (Prometheus/OTel), zentrale Logs, Migrations diszipliniert in CI/CD.
Fazit
Vendure lohnt sich, wenn du Commerce als differenzierendes Produkt begreifst und ein Entwickler-Team hast, das diese Freiheit verantwortet. Wer hingegen schnell einen Standard-Shop braucht oder keinen Betrieb stemmen will, sollte zu einer SaaS-Lösung greifen. Mit Vendure bekommst du maximale Gestaltungsfreiheit – vorausgesetzt, du investierst bewusst in Engineering, Produkt und laufende Pflege.
